Zeitgenössische Berichte aus der Umgebung Ober-Hollabrunns
über die Kriegsjahre 1805 und 1809.

Von Dr. Johann Grippel und Dr. Alois Müller.  (l. Teil: 32. Jahresbericht, 1902.)
Fortsetzung von Dr. Johann Grippel.  (2. Teil: 36. Jahresbericht, 1906.)


Vorwort.

Im Folgenden haben wir es unternommen, die in den Pfarr- und Gemeinde-Gedenkbüchern der in der Umgebung von Ober-Hollabrunn, gelegenen Ortschaften enthaltenen Berichte über die Kriegsjahre 1805 und 1809 zu sammeln. Diese enthalten interessante Details über die Ereignisse jener drangvollen Zeit und zeigen, in welch furchtbarer Weise auch unsere Gegenden durch die Napoleonischen Kriege gelitten haben. Es ist unsere Absicht, unsere Forschungen nach dieser Richtung hin fortzusetzen, und wir hoffen, dadurch die Grundlage zu erhalten für eine ausführliche Darstellung der Ereignisse jener Zeit, soweit sie unsere Gegend betreffen. Wir können es nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, welch hoher Wert den Gedenkbüchern der Gemeinden und inbesonders der Pfarren vom rein historischen Standpunkte aus beizumessen ist.

Als unsere angenehme Pflicht erachten wir es, den hoch würdigen Herren Pfarrern und den Herren Gemeindevorstehern an dieser Stelle unseren verbindlichsten Dank auszusprechen für die Bereitwilligkeit, mit der sie alle unsere Bemühungen unterstützt haben; allerdings weisen vielerorts die Gedenkbücher erhebliche Lücken auf, so dass nicht überall unsere Forschungen von Erfolg gekrönt waren. Dafür sind uns von mancher Seite Mittheilungen zugekommen, die mit den Ereignissen jener Zeit in entfernterem Zusammenhange stehen und den Stoff für Forschungen nach anderer Richtung darböten, z. B. für Untersuchungen über die Herkunft mancher Familien mit französischen Namen.

Oberhollabrunn, im Juli 1902.
Dr. Johann Grippel, Dr. Alois Müller.