Dechant Georg PFEIFER
18.April 1935

D e r    E r d s t a l l

"So(g) ma's, Monn, wonnst ma's nu g'stehst,
wos d' so gern in Kölla gehst?
Möcht schon wissen, wos d' draust tuist,
obs d' denn ollweil aussimuisst.

Olli To(g) und olli To(g)!
Gwöhnst dars wirkli nimma o(b)?
Wonn si oans i d' Erd vagrobt -
host denn nia no(ch) Zeitlang ghobt?"

"Glaub ma's Wei, dö Köllastunden -
dös hot manicher empfunden -
san so kurz, vergengan gschwind,
gor wonn si a G'sellschaft find't.

Und af oans darfst nit vagessen:
Unsa Volk hot flüchten messen,
wonn da Feind in's Lond is kemma,
muisst in Kölla Zuiflucht nehma.

Hob'n in Erdstall hausen messen;
so wos konn ma nit vagessen;
san gor häufti obigrennt
und iatzt san s' in Kölla gwöhnt.

Weil's an olte Gwohnat is,
glaub ma's Alte, dös is gwiss,
wegn den schloif(n) ma heut no gern
in die unterst Kölla-Röhrn.

Monigs is in Lebn zwider.
D' Steuern drucken di oft nieder,
Sorgen, Kummer gibt's oft gnui.
Drausst in Kölla is a Rui(h).

Und af oans derfst nit vagessen.
Sterben werdn ma oanmol miassen.
Leichter gschiacht an do am End,
wonn ma d' Erd bei Zeiten gwöhnt.

Weiberl, gelt, du host koa(n) Neid?
Loss mar a a bisserl Freud!
Wonn i tui dös Glaserl heb'n,
loss i di a jedsmoi leb'n!"


Ein Nachfolger von Dechant Georg PFEIFER
in Hollabrunn

Karl Östreicher im Jahr 1980 in den Erdställen von Althöflein Dechant i.R. Karl ÖSTREICHER
im Jahre 1980
in den Erdställen
seines Geburtsortes Althöflein
im östlichen Niederösterreich